Da vergeht es mir doch, Bauer zu
sein, wenn ich nur noch Tiere züchte, damit sie dann totgeschlagen werden",
erzählt ein Landwirt aus dem Allgäu. Und überall im Land sind die Meinungen fast
einhellig. Auslöser für die schockierten Reaktionen vieler Bürger, war die ZDF-Sendung
des Journalisten und Tierschützers Manfred Karremann Kopfgeld für Kälber".
Die EU gewährt seit 1993 eine sogenannte Verarbeitungsprämie" für die
Tötung und Vernichtung von Kälbchen die noch keine 20 Tage alt sind. Zwischen 230 und
288 DM erhalten Viehhändler aus der EU-Kasse für die Vernichtung der Jungtiere. Wer die
Herodesprämie" einstreichen will, muß gewährleisten, daß die Tiere später
nicht dem menschlichen Verzehr zukommen. Die EU versucht durch diese Maßnahme den Markt
zu regulieren und möchte hierdurch 1 Million Kälber vom Rindfleischmarkt fernhalten. Den
meisten Landwirten war bislang gar nicht bewußt, welches Schicksal ihren Kälbern
bevorsteht, wenn sie von Viehhändlern in die Transporter eingeladen werden. Denn die
Herodesprämie" ist in Deutschland durch das Tierschutzgesetz untersagt. Die EU
hat den einzelnen Mitgliedsstaaten freigestellt, ob sie sich für die
Herodesprämie" oder die Frühvermarktungsprämie", also Mast und
späterer Verkauf, entscheiden. Folge ist ein regelrechter Herodeskälbertourismus in
Länder wie zum Beispiel Frankreich, die diese schreckliche Tötungsprämierung gewähren.
Auch Ländererlässe, wie in Hessen, Bayern oder Baden-Württemberg, die den Export in
solche Länder untersagen, scheinen nicht zu greifen. Die Erlebnisse des Journalisten
Karremanns bei dessen Recherchen zu seinem Bericht haben deutlich gezeigt, daß es völlig
unproblematisch ist diese Erlässe und Gesetze zu umgehen. Für skrupellose Exporteure
sind durch kleinere Umdeklarationen" der Exportpapiere nach dem Grenzübertritt
solche Probleme schnell aus der Welt geschafft. So werden aus Mastkälbern in Frankreich
schon mal Herodeskälber. Für die deutschen Veterinärämter ist alles in Ordnung. Was
mit den Kälbern in Frankreich passiert entzieht sich schließlich ihrer Kenntnis. Für
gewissenhafte Veterinärbeamte machen die Exporteure auch gerne einen Umweg über Länder
wie Spanien, die diese Prämie nicht gewähren, nur um jeglichen Verdacht auszuschließen,
daß es sich in Wirklichkeit um Herodeskälber handeln könnte, die dort transportiert
werden. Der Verlust einer Vielzahl von Kälbern durch den stressigen Transport wird
hierbei billigend in Kauf genommen. Die Rechnung der Exporteure geht trotzdem auf.
Millionengewinne winken, bezahlt durch den Steuerzahler.
Unterschriftenlisten
gegen die sogenannte "Herodesprämie" der EU können Sie bei TASSO via eMail anfordern, oder schreiben Sie an: