Tierschutz-Infos


"Herodesprämie" - Kleine Kälbchen als Sondermüll
Die Ausbeutung der Bären
Schluß mit dem Hundeklau
Meldungen aus aller Welt
Tier-Todes-Transporte
Vom Streicheltier zur Delikatesse
Tiere im Altersheim?
"Lex Lindgren" Autorin prägt Tierschutzgesetz
Pohlmann - Ein Hühnerbaron gibt nicht auf
Massentierhaltung
Tierhalter klagen gegen Hundesteuer

Herodesprämie"

Die EU macht´s möglich - kleine Kälbchen als Sondermüll

„Da vergeht es mir doch, Bauer zu sein, wenn ich nur noch Tiere züchte, damit sie dann totgeschlagen werden", erzählt ein Landwirt aus dem Allgäu. Und überall im Land sind die Meinungen fast einhellig. Auslöser für die schockierten Reaktionen vieler Bürger, war die ZDF-Sendung des Journalisten und Tierschützers Manfred Karremann „Kopfgeld für Kälber". Die EU gewährt seit 1993 eine sogenannte „Verarbeitungsprämie" für die Tötung und Vernichtung von Kälbchen die noch keine 20 Tage alt sind. Zwischen 230 und 288 DM erhalten Viehhändler aus der EU-Kasse für die Vernichtung der Jungtiere. Wer die „Herodesprämie" einstreichen will, muß gewährleisten, daß die Tiere später nicht dem menschlichen Verzehr zukommen. Die EU versucht durch diese Maßnahme den Markt zu regulieren und möchte hierdurch 1 Million Kälber vom Rindfleischmarkt fernhalten. Den meisten Landwirten war bislang gar nicht bewußt, welches Schicksal ihren Kälbern bevorsteht, wenn sie von Viehhändlern in die Transporter eingeladen werden. Denn die „Herodesprämie" ist in Deutschland durch das Tierschutzgesetz untersagt. Die EU hat den einzelnen Mitgliedsstaaten freigestellt, ob sie sich für die „Herodesprämie" oder die „Frühvermarktungsprämie", also Mast und späterer Verkauf, entscheiden. Folge ist ein regelrechter Herodeskälbertourismus in Länder wie zum Beispiel Frankreich, die diese schreckliche Tötungsprämierung gewähren. Auch Ländererlässe, wie in Hessen, Bayern oder Baden-Württemberg, die den Export in solche Länder untersagen, scheinen nicht zu greifen. Die Erlebnisse des Journalisten Karremanns bei dessen Recherchen zu seinem Bericht haben deutlich gezeigt, daß es völlig unproblematisch ist diese Erlässe und Gesetze zu umgehen. Für skrupellose Exporteure sind durch kleinere „Umdeklarationen" der Exportpapiere nach dem Grenzübertritt solche Probleme schnell aus der Welt geschafft. So werden aus Mastkälbern in Frankreich schon mal Herodeskälber. Für die deutschen Veterinärämter ist alles in Ordnung. Was mit den Kälbern in Frankreich passiert entzieht sich schließlich ihrer Kenntnis. Für gewissenhafte Veterinärbeamte machen die Exporteure auch gerne einen Umweg über Länder wie Spanien, die diese Prämie nicht gewähren, nur um jeglichen Verdacht auszuschließen, daß es sich in Wirklichkeit um Herodeskälber handeln könnte, die dort transportiert werden. Der Verlust einer Vielzahl von Kälbern durch den stressigen Transport wird hierbei billigend in Kauf genommen. Die Rechnung der Exporteure geht trotzdem auf. Millionengewinne winken, bezahlt durch den Steuerzahler.

Unterschriftenlisten gegen die sogenannte "Herodesprämie" der EU können Sie bei TASSO via eMail anfordern, oder schreiben Sie an:

TASSO e.V.
Frankfurter Str. 20
65795 Hattersheim


Wildtier oder Wirtschaftsfaktor?
Die Ausbeutung der Bären

In Europa ist er schon nahezu ausgerottet. Im Orient, Rußland und China ist er zu einem Wirtschafts-Produkt degradiert worden. Der lebenden Vorlage für den Kinder-Verkaufsschlager Teddybär geht es schlecht. Viele Tierschützer wollen nicht mehr tatenlos dem skrupellosen Treiben der Profiteure zusehen. Vom Ouwehands Zoo in Rhene/Niederlande wurde die „International Bear Foundation" ins Leben gerufen. Einer ihrer Aufgaben ist es geschundenen und mißhandelten Bären wieder ein natürliches und lebenswertes Leben zu bieten.
Überall auf der Welt wird der Braunbär von Menschen gequält und in seiner Existenz bedroht. So gilt in Rußland die Bärenjagd als Touristenattraktion. Bis zu 9000,-- DM legen Hobbyjäger für einen 14-tägigen Aufenthalt inklusive Bärenabschuß hin, nur um später in ihrer Heimat mit ihrer „Heldentat" zu protzen. Als Trophäe oder Beweis erhalten die „Jäger" den Kopf oder das Fell des Bären. In China werden 8.000 Kragenbären als „lebende Zapfsäulen" unter unwürdigen Bedingungen gehalten. Der Gallensaft von Bären gilt in der traditionellen chinesischen Medizin als Allheilmittel gegen eine Vielzahl von kleineren Leiden. Den Tieren wird unter qualvollsten Umständen regelmäßig Gallensaft abgezapft, den sie eigentlich zur Verdauung bräuchten. Gallenkoliken und lebenslange Schmerzen sind die Folge. In Pakistan finden, trotz gesetzlicher Verbote, immer noch Schaukämpfe zwischen Hunden und Bären statt. Den Bären werden hierzu schon im Kindesalter die Krallen und Zähne entfernt. Angekettet können sie sich in den Schaukämpfen nur mit Prankenhieben gegen die Attacken der abgerichteten Hunde wehren. Sowohl Bären, als auch Hunde erleiden bei diesen „Veranstaltungen" meist schwere Verletzungen. In der Türkei und Bulgarien werden Bären als touristische Attraktion mißbraucht. Von klein auf werden die Tiere mit brutalsten Methoden gefügig gemacht und zu „Tanzbären" ausgebildet. Mit Nasenringen, Eisenketten durch die Lippen und dauernde Stockschläge werden die Bären ein Leben lang gequält. Aber auch in Westeuropa wird der Bär von einigen verantwortungslosen Bärenparkbetreibern ausgebeutet. Bärenkinder sind die Attraktion vieler Bärenparks.Folglich werden mehr junge Bären geboren, als im Erwachsenenalter später versorgt werden können. Und so landen etliche Bären später in den Kochtöpfen diverser Spezialitätenrestaurants. Dies sind nur wenige traurige Beispiel, wie Menschen mit der Kreatur umgehen. Schätzungen zufolge soll der Braunbär in Europa in 2 Jahren vollständig ausgerottet sein. In Hinblick hierauf wurde die IBF (International Bear Foundation) gegründet. Die IBF hat sich zum Ziel gesetzt den mißhandelten Bären ein würdiges und artgerechtes Leben zu ermöglichen. In internationaler Zusammenarbeit werden deshalb alle finanziellen, politischen und organisatorischen Mittel ausgeschöpft, um Bären aus solch qualvollen Situationen zu befreien. Erste Erfolge erzielte die IBF mit der Einrichtung des Bärenwaldes in Rhene/Niederlande, der auch für Besucher zugänglich ist. Hier halten sich zur Zeit 13 Bären auf, die aus miserabelsten Lebensumständen befreit oder freigekauft wurden. Die Bären wurden zuerst in Rhene medizinisch und psychisch betreut, bevor sie in das zwei Hektar große Freigelände entlassen werden konnten. Anfangs sahen die Tiere gequält und geschunden aus. Doch die Jahre im Bärenwald haben ihnen sichtlich gut getan. Heute sind alle Bären gesund und munter. Ein weiterer Bärenpark wurde in Zusammenarbeit mit der Aktion Bärenhilfswerk e.V. in Worbis/Thüringen errichtet. Die IBF unterstützt aber nicht nur die Einrichtung neuer Bärenwälder. Denn die Bärenwälder können das Problem nicht lösen, sondern nur deutlich machen. Es muß vielmehr darum gehen, den Lebensraum für die Bären zu erhalten und die Bären zu schützen, die noch in freier Wildbahn leben. Ein solches Projekt wird zum Beispiel im Moment in Rußland durchgeführt. In Zusammenarbeit mit Biologen um Dr. V. Pazhetnov wird versucht junge Bärenwaisen in ihre natürliche Umgebung zurückzuführen. Die Firma TOL Cosmetics aus Emmerich setzt sich seit der Errichtung des ersten Bärenwaldes für die Aktionen des IBF ein, und hat zu deren Unterstützung eine tierversuchsfreie Kosmetikserie entwickelt, deren Verkauf unmittelbar die Arbeit des IBF finanziell unterstützt und dadurch hilft, Bärenleben zu retten.

Wenn Sie weitere Informationen über die Aktionen des IBF oder über die neue tierversuchsfreie Kosmetikserie der Firma TOL haben möchten, schreiben Sie bitte an:

TASSO-Haustierzentralregister e.V.
Stichwort: „Bären in Not"
Franfurter Str. 20
65795 Hattersheim


Schluß mit dem Hundeklau:

Hamburger Erfinderin entwickelt wirksames Mittel gegen Hundediebe

Hundehalter leben in ständiger Angst um ihre geliebten Vierbeiner. Auch Erfinderin Brigitte Röper (47) aus Hamburg ging es nicht anders. Beim täglichen Einkauf machte sie mit ihrem Dackelmischling „Stöpsel" immer öfter einen großen Bogen um den Supermarkt. Das vermeintliche Schild „Wir müssen draußen bleiben" war für sie in erster Linie eine freundliche Einladung für jeden professionellen Hundedieb. Trotz ständig steigender Kriminalitätsraten hat die Sicherheitsbranche den Bereich „Hund" schlichtweg vergessen.

Als tatkräftige, hanseatische Kauffrau tüftelte sie über Wochen hinweg nächtelang an einer Lösung für dieses Problem. Das Ergebnis dieser Überlegungen und Skizzen nahm schließlich Gestalt an: Eine gegen Pfand ausleihbare und abschließbare Sicherheitskette. „doggypark" heißt das neue Produkt welches seit Anfang August 1997 auf dem Markt ist. Nach dem Willen der Erfinderin und der Herstellerfirma sollte es an keinem Geschäft fehlen. Und so funktioniert es: Anstatt der normalen Haken für Hundeleinen, bringt der Geschäftsinhaber ein „doggypark" an der Außenwand seines Ladens an. Hier kann gegen ein Münzpfand, ähnlich wie bei einem Einkaufswagen im Supermarkt, ein Kette mit verriegelbarem Halsband entnommen werden. Die Kette ist mit einem Schloß versehen und fest an die Hauswand montiert. Nachdem man das Halsband abgeschlossen hat, kann man beruhigt das Geschäft betreten, ohne in Sorge zu sein, daß jemand während des Einkaufs den geliebten Vierbeiner einfach mit nimmt.
„Eine spezielle Umfrage unter Hundebesitzern hat ergeben, daß 78 % der Hundebesitzer, die ihren Hund gerne an die Sicherheitskette anbinden, Geschäfte mit „doggypark" vorziehen.", äußerte sich die Erfinderin Frau Röper gegenüber dem Tiernotruf.
Hierzu Philip W. McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale: „Da mehr als 15 % der Haushalte in Deutschland ein Haustier besitzen, ist es an der Zeit, daß der Einzelhandel sich auf dieses riesige Potential an Kunden einstellt. Da der Tierdiebstahl insbesondere bei Rassehunden immer noch unvermindert ist, denken wir, daß Systeme wie „doggypark" eine sinnvolle Vorbeugungsmaßnahme gegen Tierdiebstähle vor der Ladentür sind."

Weitere Informationen über „doggypark" erhalten Sie über die Firma
SYSTEC GmbH, Lindberghstr. 8
82178 Puchheim
Tel.: 089 - 80004 117
FAX: 089 - 80004 100


Tierversuche in der Kosmetik
Es darf weiter gequält werden

Noch vor kurzen mutete das Vorhaben der Europäischen Kommission wie ein Teilerfolg für Europas Tierschützer an. Ab dem 1. Januar 1998 sollte ein Tierversuchsverbot für Endprodukte der kosmetischen Industrie erlassen werden. Voraussetzung hierfür ist, die Anerkennung von Alternativmethoden zu Testzwecken der fertigen Produkte. Die Alternativmethoden existieren bereits. Doch die EU macht wie so oft den Bückling vor der Industrie, zu Ungunsten des Tierschutzes.
War 1993 noch die Rede davon, daß Alternativmethoden alleine im europäischem Raum anerkannt sein müßten, wird neuerdings auf eine weltweite Anerkennung beharrt. Die europäische Kommission hatte 5 Jahre Zeit Richtlinien zu erarbeiten. Doch erst 5 vor 12 erkennt die Kommission, daß noch nicht einmal so wichtige Fragen geklärt worden sind, wie die Definition eines Fertigproduktes eigentlich lautet.


Meldungen aus aller Welt

Dänemark: Walmord auf den Färöer-Inseln

Einer völlig sinnlosen Tradition fallen auf den Färöer-Inseln jedes Jahr zirka 1400 Grindwale und 320 Delphine zum Opfer. In einer Art Massenabschlachtung werden die Tiere in eine Bucht gedrängt und dort qualvoll getötet. Besonders absurd mutet hierbei an, daß die Färöer nicht einmal wirtschaftlich auf den Walfang angewiesen sind. So wurden nach dem Massaker in der Bucht von Mitvagur alleine 300 Walkadaver zurück gelassen, die in dem blutrot getränkten Wasser einfach verfaulten.

Kiew: Tiertodeslager wird zum Tierheim

Verschiedenste Fernsehsender berichteten über die grausame Tiervernichtungsanstalt BUDKA in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine. Dort wurden tausende streunende Hunde und Katzen auf brutalste Art und Weise umgebracht. Die Tierschutzorganisation „Society for the Protection of Animals (SOS)" hat jetzt erreicht, daß die Anstalt geschlossen und zu einem Tierheim umfunktioniert wurde. Ein Beispiel, welches hoffentlich Schule machen wird.

Spanien: Stierkampf, eine Tradition?

Spanien hat sich den Stierkampf als „Kulturgut" bestätigen lassen. Das heißt 3600 Kampfstiere sterben jährlich im Namen der Tradition. Größte Ironie europäischer Subventionspolitik: 263,-- DM aus dem Subventionstopf kassiert jeder Züchter für einen Jungstier. Die EU subventioniert indirekt den Stierkampf mit 8 Millionen DM jährlich.

Kanada: 101 Robbenjäger vor Gericht

101 kanadische Robbenjäger müssen sich jetzt für das illegale Abschlachten von Babyrobben vor Gericht in St. Johns/Neufundland verantworten. Erst vor wenigen Wochen waren vier Fischer von einem Gericht in St. Johns zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt worden, weil sie Robben lebendig gehäutet und andere Grausamkeiten begangen hatten. Meinungsumfragen haben ergeben, daß 70 % der kanadischen Bevölkerung gegen das Töten von Babyrobben sind.

Weltmeere: Haie vom Aussterben bedroht

Spätestens seit dem Film „Der Weiße Hai" sind Haie als mordlustige Bestien verschrien. Die Wahrheit sieht dennoch ganz anders aus. Die Wahrscheinlichkeit durch einen Wespenstich zu sterben ist 150 mal größer als von einem Hai attackiert zu werden. Der Mensch hingegen tötet jährlich zirka 100 Millionen Haie. Entweder aus kommerziellen Gründen oder einfach nur zum Spaß. 39 Haiarten sind bereits unmittelbar vom Aussterben bedroht. Dabei spielen die Haie für das ökologische Gleichgewicht der Weltmeere eine große Rolle. Wenn man bedenkt, daß die Nahrungskette des Menschen auch im Meer beginnt, ist das Aussterben der Haie eine düstere Prognose.

USA: Studenten dürfen nicht zu Tierversuchen gezwungen werden

Die US-Bundesstaaten New York, Kalifornien, Pennsylvania und Florida zeigen sich in Sachen Tierschutz fortschrittlich. An den entsprechenden Universitäten dürfen Studenten nicht mehr gezwungen werden Tieren Schaden zuzufügen oder gar zu töten. Eine Regelung an der sich deutsche Hochschulen ein Beispiel nehmen könnten.

Deutschland: Prüfen von Impfstoffen an Tieren nicht mehr erforderlich

Ab sofort sind Tierversuche zur Prüfung von Impfstoffen innerhalb deutscher Kontrollbehörden nicht mehr erforderlich. Das bedeutet, das 20.000 Meerschweinchen und Mäuse jährlich weniger "verbraucht" werden. Die späte Erkenntnis, daß die bisher durchgeführten Tierversuche keinen Beitrag zur Arzneimittelsicherheit geleistet haben, erspart den Tieren das grausame Schicksal des Tier-Versuches. Denn bisher wurden alle Versuchstiere nach dem Versuch vorschriftsmäßig getötet, egal ob die getestete Substanz schädlich war oder nicht.


Tier-Todes-Transporte:
Eine Pfarrerin aus Hessen macht mobil gegen Tiertransporte

Seit Stunden warten Christa Diehl und ihre Tochter Julia auf dem Rastplatz Trommheide und beobachten unablässig die Autobahn A40. Plötzlich entdecken sie einen Schweinetransporter. Das Warten hat ein Ende. Sofort heften sich die beiden Frauen mit ihrem VW Golf an die Fersen des Tiertransporters, gefolgt von einem zweiten PKW mit Tierschützerinnen. An der Heckscheibe ihres Wagen klebt ein Plakat mit der Aufschrift "Tier-Todes-Transporte – Europa erbarme Dich". Seit Anfang 1996 werden immer mehr Tiertransporte von Tierschützern begleitet und überwacht. Die Tierschützer wollen aufrütteln und die unwürdigen Transportzustände skrupelloser Spediteure und Viehhändler anprangern. Das dieser "Begleitschutz" nicht immer ganz ungefährlich ist, zeigt sich auch heute. Auf einem Rastplatz eskaliert die Situation. Der Fahrer stürmt auf das Auto der Diehls zu, reißt das Plakat herunter und rüttelt wutentbrannt an den Autotüren, die Julia Diehl geistesgegenwärtig in letzter Sekunde verriegelt hat. Der Fahrer gibt schließlich auf. Andere Tier-Transport-Begleiter waren schon mit schlimmeren Gewalttätigkeiten konfrontiert. Nach neunstündiger Beschattung verlor beispielsweise ein deutscher Trucker die Nerven und demolierte mit einem schweren Knüppel das Auto zweier Tierschützer. Den Fahrern blieb nur die Flucht. Für Christa Diehl bleibt dies völlig unverständlich. "Unsere Aktion richtet sich doch nicht gegen die Fahrer". Mittlerweile beteiligen sich 200 Menschen an dieser Aktion. Wöchentlich sind zirka 12 Personen, unter zeitlichen und auch finanziellen Entbehrungen, unterwegs. Es werden unwürdige und gesetzeswidrige Zustände zum Teil auch mit Fotos dokumentiert, um später gegen die Verantwortlichen vorgehen zu können. Initiatorin und Koordinatorin dieser Aktionen ist Christa Blanke. Die Pfarrerin aus Glauburg bei Frankfurt wurde vor zehn Jahren durch Tiergottesdienste bekannt. Frau Blanke ist Mitbegründerin des Vereins "AKUT" (Aktion Kirche und Tiere), der sich für die Rechte der Mitgeschöpfe in Kirche und Gesellschaft einsetzt. Mit der Idee der Tiertransport-Begleitung hat Frau Blanke Einiges bewegt. Mittlerweile hat sie ein genaues Bild vom Fahrverhalten, Routen und Tränkzeiten. Die Aktivisten um Christa Blanke wollen das Bewußtsein über die grausamen Tiertransporte in der Bevölkerung aufrecht erhalten. Denn eines ist den Tierschützern klar: Skandale in den Medien sind kurzlebig und so muß immer wieder auf die Mißstände hingewiesen werden. Zwar wurden die Vorschriften zum Transport von Tieren letztes Jahr von der EU geringfügig verschärft, aber die Transportverordnung entpuppt sich in der Praxis als Papiertiger, wie die Tierschützer um Frau Blanke bei ihren friedlichen Aktionen immer wieder feststellen. Denn kontrolliert werden die Tausenden von Transporten nur in den seltensten Fällen. Diesen Notstand wenigstens teilweise zu lindern ist eines der Anliegen der Aktivisten. Aber das Hauptanliegen sämtlicher Tierschützer ist die Aufhebung sämtlicher Exportsubventionen für Lebendviehtransporte. Denn durch die Subventionen können die Exporteure erst richtig absahnen. Für jedes lebend exportierte EU-Rind bekommt ein Exporteur bis zu 1000,00 DM Fördergeld. In welchem Zustand das Tier ist, spielt keine Rolle. Hauptsache das Herz schlägt noch. Das hier Subventionsbetrug Tür und Tor geöffnet ist, liegt auf der Hand. Jenseits des Subventionsbetruges gibt es aber auch ganz legale Methoden an die üppigen Subventionsgelder zu kommen. Kälber werden billig in Osteuropa gekauft. Sind diese Kälber eine gewisse Zeit in Deutschland gemästet worden, können sie ganz legal zu EU-Rindern umgeschrieben werden. Hier eröffnen sich lukrative Gewinnspannen. Und dies wird alles durch den Steuerzahler finanziert. Aber solange noch Lebendviehtransporte über deutsche und europäische Autobahnen rollen, solange werden die Tierschutz-Aktivisten und Christa Blanke noch die Spediteure unter Beobachtung halten.

Wenn Sie nähere Informationen über die Aktion „Tier-Todes-Transporte" oder Unterschriftenlisten gegen den Lebendviehtransport möchten, dann schreiben Sie bitte an:

TASSO - Haustierzentralregister
Stichwort „Tier-Todes-Transporte"
Frankfurter Str. 20
65795 Hattersheim


Haflingerfohlen – Vom Streicheltier zur Delikatesse

Die springlebendigen und gutmütigen Haflingerfohlen kommen pünktlich im März zur Welt und sind für die Feriensaison im Sommer die Touristenattraktion auf bayerischen und österreichischen Bauernhöfen.

Das die Fohlen aber im Herbst für die "Produzenten" zu einem erheblichen Kostenfaktor werden, und zirka 80 % der Tiere beim Pferdemetzger landen, ist kaum bekannt. Der deutsche Tierschutzbund hatte in Zusammenarbeit mit regionalen Tierschutzvereinen in einer demonstrativen Aktion neun übrig gebliebenen Fohlen einer Herbstauktion gekauft um sie vor dem Pferdemetzger zu bewahren. Solche Aktionen können natürlich nur Zeichen setzen. "Der Tierschutz kann nicht das Auffanglager für die Überproduktion von verantwortungslosen Züchtern sein", erklärte Heinz Krämer, Vizepräsident des Landesverbandes Bayern des deutschen Tierschutzbundes.


Tiere im Altersheim?

In den USA ist es in einigen Bundesländern schon gesetzlich verankert. Auch das Parlament in Monaco beschloß 1990, daß jedes Altersheim die Tiere ihrer Bewohner aufnehmen muß. Obwohl immer mehr Seniorenheime in der Bundesrepublik Haustiere aufnehmen, ist diese Praxis noch nicht an der Tagesordnung. Tierschützer fordern eine gesetzliche Lösung.
Psychologen und Tierschützer sind bei diesem Thema einer Meinung: Heimtiere fördern gerade unter älteren Menschen Geselligkeit und Gespräche. Außerdem wäre eine Trennung von ihrem "geliebten Freund" bei dem Umzug in ein Seniorenheim besonders für ältere Menschen, die oftmals kaum noch eine Bezugsperson haben, mit äußersten seelischen Schmerzen verbunden. Frau Prof. Dr. Sylvia Greiffenhagen hat sich in ihrem Buch "Tiere als Therapie" unter anderem diesem Thema gewidmet. Laut Frau Prof. Greiffenhagen ersetzen Tiere bei älteren Leute oftmals das Fehlen menschlicher Nähe. Sie helfen über die Langeweile am Tag und geben dem Tagesablauf einen Rhythmus, der durch das Versorgen des Tieres nötig wird. Ältere Menschen bekommen das Gefühl gebraucht zu werden, da sie ja schließlich die Verantwortung für das Tier tragen. Frau Greiffenhagen stellt in ihrem Buch außerdem die positive Anregung der geistigen Fähigkeiten durch das Halten eines Tieres heraus. Wer sein Haustier in ein Seniorenheim mitnehmen möchte, sollte aber einige Dinge, besonders auch in Hinblick auf das Tier, klären: Kann das Tier artgerecht untergebracht, gefüttert und vom Tierarzt betreut werden? Fühlen sich die Nachbarn nicht gestört? Kümmert sich jemand um das Tier wenn der Tierhalter krank oder verreist ist? Der Bundesverband Tierschutz in Moers informiert zu diesem Thema.

Wenn Sie weitere Infos wünschen, schreiben Sie bitte an:

Bundesverband Tierschutz e.V.
Freundeskreis betagter Tierhalter
Walpurgisstr. 40
47441 Moers


"Lex Lindgren"
Autorin prägt das schwedische Tierschutzgesetz

In sozialen Belangen spielten die Schweden schon lange eine Vorreiter-Rolle. Vorbildlich für den Rest von Europa sind zum Beispiel der Sozialstaat, das Kinderschutzgesetz und die Verordnungen zum Strahlenschutz an Computerarbeitsplätzen. Ebenso vorbildlich ist das schwedische Tierschutzgesetz.

In Deutschland kennen die meisten Astrid Lindgren nur als Kinderbuchautorin. Das Astrid Lindgren aber auch viel Engagement und Initiative im sozialen Bereich zeigt, ist den Wenigsten bekannt. Durch Frau Lindgrens konsequenten Einsatz für eine Verbesserung des schwedischen Tierschutzgesetztes, Mitte der achtziger Jahre, wurde das Tierschutzgesetz entscheidend reformiert. So dürfen Tiertransporte maximal 3 Stunden dauern. Im Vergleich hierzu, schneidet die EU (mit 8 Stunden bis zur nächsten Pause) denkbar schlecht ab. Einzigartig ist das schwedische Tierschutzgesetz durch die Verordnung, daß Nutztiere so gehalten werden müssen, daß Krankheiten vorgebeugt wird. Und tatsächlich sind schwedische Tiere gesünder als in anderen Länder. Salmonelleninfektionen kommen in Schweden kaum noch vor. Für ihr Engagement wurde Astrid Lindgren 1996 mit der "Goldenen Arche" der EUROGROUP FOR ANIMAL WELFARE ausgezeichnet.


Pohlmann – Ein Hühnerbaron gibt nicht auf

Der Hühnerbaron Anton Pohlmann, der letztes Jahr seine Zelte in Deutschland zwangsweise abschlagen mußte (Er wurde zu einem lebenslangen gewerblichen Tierhaltungsverbot verurteilt, wie "Der Tiernotruf" berichtete.), macht in USA/Ohio fleißig weiter. Schon bevor Pohlmann sein Legehennen-Imperium in Deutschland für 300 Millionen DM veräußerte, hatte er seine Fühler in Richtung Ohio ausgestreckt. Ebenso wie vor Jahren in Niedersachsen sind auch in Ohio gute Steuerzahler bei den Behörden willkommen. Bei den benachbarten Farmern und amerikanischen Tierschutzverbänden ist Pohlmann allerdings ebenso unbeliebt wie dereinst in Deutschland. "Pohlmanns County" wird der Besitz des "rude German" (engl.: groben Deutschen) abschätzig von seinen Nachbarn genannt. Zur Zeit vegetieren über 1 Million Hühner in Pohlmanns Hühnerfarm. Ein Baukomplex für insgesamt 15 Millionen Legehennen ist in Planung.


Massentierhaltung: Eine Bestandsaufnahme

Die Schlagzeilen der Medien berichten täglich von innen- und außenpolitischen Querelen. An dem, was die Menschen wirklich bewegt, geht die Politik oftmals vorbei. Mittlerweile quittieren viele Bürger diese Entwicklung mit politischer Verdrossenheit und eigenen Aktivitäten. Dadurch verursacht, verzeichnen gerade jetzt nicht die politischen Parteien, sondern Tier- und Umweltschutzvereine einen regen Zulauf. Natürlich können deren Aktivitäten nicht jedes Jahr im gleichen Maße im Blickpunkt der Medien stehen. Halbherzige, aber dennoch geschickte Beschlüße, wie zum Beispiel die neueste Verordnung zum internationalen Schlachtviehtransport, sollen augenscheinlich die Öffentlichkeit beruhigen und die Politik aus den Schlagzeilen bringen.
Wesentliche Änderungen treten durch solche oberflächlich populistische Maßnahmen aber nicht ein. Im Bereich der Legehennenhaltung hat die Verurteilung des Agrarindustriellen und größten Legebatterienbetreiber Europas, Anton Pohlmann, zu keiner Verbesserung in der Massentierhaltung geführt. Zwar wurde Pohlmann, vom Landgericht Oldenburg zu zwei Jahren Haft auf Bewährung, so wie zur Zahlung einer Geldstrafe von 2,2 Millionen DM und lebenslangem gewerblichen Tierhaltungsverbot verurteilt, aber grundsätzlich hat sich nichts an den tierquälerischen Bedingungen der Massentierhaltung von Millionen anderer Hühner geändert. Pohlmann wurde lediglich, unter anderem wegen des widerrechtlichen Versprühens hochgiftigem Nikotins, zur Vernichtung des Milbenbefalls seines Hühnerbestandes, verurteilt. Nicht aber wegen tierquälerischer Massentierhaltung. Diese unwürdigen, tierquälerischen Haltungsbedingungen werden nämlich nach wie vor von der EU gebilligt. Laut deren Richtlinien ist ein Lebensraum der kleiner als ein Schreibmaschinenblatt ist, für eine Legehenne völlig ausreichend. Der Profit hat vor dem Tierschutz offenbar Vorrang. Daher wird ein Berufsverbot für Pohlmann im Prinzip wenig bewirken. Hunderte von anderen Legebatterienbetreiber sitzen bereits in den Startlöchern um die entstandene Lücke zu füllen. Die EU, die sich sonst so fortschrittlich gibt, begünstigt durch ihr Verhalten die lebensverachtende Profitgier, vieler Agrarindustrieller. Erst eine Gesetzesnovellierung durch die EU könnte diesen Zuständen Abhilfe schaffen. Die aktuellen Richtlinien der EU zu internationalen Schlachtviehtransporten, die unter anderem eine Verkürzung der Transportzeiten auf 8 Stunden vorsieht, scheint sich nicht so einfach realisieren zu lassen, wie die Transportverordnung empörten Bürgern und Tierschützern glauben machen will. Tatsächlich werden, laut Angaben des deutschen Tierschutzbundes, die Tiere immer noch, oft bis zu 45 Stunden unter miserablen Bedingungen durch Europa gekarrt, um anschließend in Drittländer exportiert zu werden. Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, war an den Autobahnen A61 und A48, die als Transitstrecken bekannt sind, bei Kontrollen selbst vor Ort. "Dabei habe ich Dinge erlebt, die spotten jeder Beschreibung", erklärte Beck. Die vorgeschriebene zeitliche Begrenzung der Schlachttiertransporte ist eine eher halbherzige Lösung der EU, denn die Subventionen für den Export in Drittländer, die das alles erst ermöglichen, wurden nicht gestrichen. Das begünstigt nicht nur die unmöglichen Transportzustände, sondern auch einen Subventionsbetrug der von Experten pro Jahr auf einen 3-stelligen Millionenbetrag geschätzt wird. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, daß aus toten Tieren, die den grausamen Transportbedingungen zum Opfer gefallen sind, durch Manipulation der Ausfuhr-Dokumente lebendige Tiere werden. Denn die EU zahlt nur für ein lebend exportieres Tier eine Ausfuhrerstattung von 15 %. Solche lukrativen Veränderungen an den Export-Papieren sind, wenn die Tiere erst einmal in nordafrikanischen oder anderen Schlachthöfen verschwunden sind, nur schwer nach zu vollziehen. Der EU ist, einer internen Studie zufolge, der breitangelegte Subventionsbetrug sogar bekannt. Dennoch wird nichts unternommen, um diesen Zustand zu ändern. Scheinbar sieht das Parlament in Brüssel keinen Handlungsbedarf. Der Steuerzahler zahlt hier, wie so oft, die Zeche. Aufgebrachte Bürger und Tierschützer können schon lange nicht mehr die Gleichgültigkeit der EU, bei der Billigung der Tierquälerei und dem Verschleudern von Steuergeldern, nachvollziehen. Tierschützer argumentieren, daß es sinnvoller wäre Schlachthöfe in Deutschland zu subventionieren, anstatt die Ausfuhr von Rindern zu fördern. Zudem würden hierdurch Arbeitsplätze geschaffen werden, anstatt die Kassen skrupelloser Exporteure durch Steuergelder zu füllen.


Tierhalter klagen gegen die Hundesteuer

In einer Frage sind sich viele Bürger einig: Die Hundesteuer paßt nicht mehr in unsere Steuerlandschaft. Das soll jetzt das höchste deutsche Gericht, das Bundesverfassungsgericht klären. Uwe Stierand aus Halle, Besitzer von mehreren Golden Retriever-Welpen gründete sogar den Verein "Bund der Nichtzahler der Hundesteuer Deutschlands e.V.". Eine der ersten Maßnahmen des Vereines: Verfassungsklage. Er hält die staatliche Abgabe für eine reine Willkürsteuer. Schließlich blieben die Besitzer von Katzen und Pferden davon verschont. Uwe Stierand steht mit seiner Meinung nicht allein da! Seit die Stadt Köln ihre Hundesteuer von 180 DM auf 276 DM erhöhte, werden auch dort die Hundebesitzer rebellisch. Mit an ihrer Spitze steht Rechtsanwalt Friedhelm Balsam, stellvertretender Vorsitzender des Kölner Tierschutzvereins. Sie verfaßten eine grundsätzliche Stellungnahme zu dem Problem der Hundesteuer. Auszüge: "Die Hundesteuer war früher eine Luxussteuer (erstmalig im 19. Jahrhundert in Preußen eingeführt). Damals zahlte man auch für das Halten von Katzen, Enten, Nachtigallen oder eines Klaviers sowie für das Halten von Dienstboten . . ." Als einzige Steuer aus der Kuriositätenkiste hielt sich bis heute die Hundesteuer. Die Hundesteuer soll heutzutage zwei Ziele verfolgen: Einerseits soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit besteuert werden, andererseits der Verbreitung der Hundehaltung entgegenwirken. Für Rechtsanwalt Balsam sind diese Zwecke äußerst fragwürdig, sozial ungerecht und tierschutzwidrig. Steigende Hundesteuersätzen (ohne Rücksicht auf das Einkommen) haben zur Folge, daß sich immer mehr Hundebesitzer aus sozial schwächeren Bevölkerungsschichten, darunter überwiegend ältere und einsame Bürgerinnen und Bürger, von ihrem Liebling trennen müssen. Aber ein Hund der abgeschoben werden muß, der leidet und dies verstößt gegen den Tierschutzgedanken. Auch das Argument, die Erhöhung der Hundesteuer würde der Ausbreitung des Hundebestandes entgegenwirken, trifft nicht zu. Glaubt man den Befürwortern der Hundesteuer, so müßte es in Köln eine regelrechte Hundeplage geben. Das Gegenteil ist der Fall: Der Hundebestand ist in Köln von 30.000 Hunden (1988) auf 27.000 zurückgegangen.


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